Das Konzept
Grundgedanken zum Thema:
Bei der Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen, bei der
Arbeitssuche aus Arbeitslosigkeit oder aufgrund einer Gefährdung des
Arbeitsplatzes zeigt die Beratungserfahrung, dass dem Einzelnen
häufig nicht klar ist, wo seine besonderen Fähigkeiten liegen und
was er tatsächlich alles kann. Somit begrenzt er seine beruflichen
Möglichkeiten und seine Entwicklung. Das Erkennen der eigenen
Stärken, Kompetenzen und Vorlieben wird hier zur notwendigen
Voraussetzung, um neue Tätigkeitsfelder, Funktionen und Berufsrollen
zu definieren. Dies erfordert Selbstreflexion, -vergewisserung und
Neuorientierung.
In diesem Zusammenhang sind in die Reflexion alle möglichen
Lernumfelder einzubeziehen. Die Aufmerksamkeit ist auch auf
non-formale oder informelle Lernkontexte zu richten, das begleitende
Lernen im Prozess der Arbeit scheint im Kontext der
Beschäftigungsfähigkeit besonders bedeutsam.
Es gilt die Identifizierung des biografisch erworbenen
Kompetenzprofils zu unterstützen. Im Sinne der Verwertbarkeit und
Transferierbarkeit auch informell erworbener Kompetenzen geht es um
deren Entkontextualisierung, um sie auch für ein weiterführendes
Lernen und flexible Beschäftigungsfähigkeit zu nutzen. Im Sinne
einer biografischen Kompetenz wird die Reflexion der eigenen Person
anhand der drei Zeitdimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
notwendig, um erforderliche neue berufliche Wege einzuschlagen und
um Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern.
Das aus der Reflexion entwickelte Kompetenzprofil und die Wirkungen
auf alternative Einstiegsmöglichkeiten in Erwerbsarbeit,
Weiterbildung oder Selbstständigkeit sind zu prüfen und in einer
effizienten Vermarktungsstrategie umzusetzen.
Die Strategie
Dazu ist es notwendig, aus allen Lebensbereichen (Arbeit,
Familie, Freizeit, soziales Umfeld) Fähigkeiten und Erfahrungen zu
erfassen, d.h. das Kompetenzprofil des Arbeitsuchenden zu
analysieren. Denn was ein Mensch kann, ist weit mehr als
Qualifikationen und Zertifikate abbilden können.
Als Strukturierungshilfe dienen:
- die Kompetenzbilanz als Instrument zur Erschließung von Potenzial
- die Technik des beruflichen Querdenkens, bei der die aus dem
gesamten beruflichen Tätigkeitsumfeld entwickelten Stärken
reflektiert werden –
u.a. Branchen-, Produktkenntnisse usw., - die Additionstechnik, in der alle beruflichen Ausbildungen
und informell erworbene Kompetenzen zu einem individuellen
Kompetenzprofil zusammen geführt werden.
Die Umsetzung
Aus dem individuellen Profil wird strategisch eine
engpasskonzentrierte Bewerbungsaktion entwickelt:
- die Zielrichtung(en) und –position(en) werden definiert, das
sind alle möglichen Alternativen, Funktionen,
Tätigkeitsbereiche, die auf die bisherigen Erfahrungen
zurückgreifen und darauf aufbauen,
- die Zielgruppe (Branchen) werden festgelegt, das sind die
potenziellen Arbeitgeber, die von dem Kompetenzprofil des AN
profitieren, d.h. seine beruflichen Kenntnisse im Unternehmen
umsetzen und nutzen können,
- die Synergie wird genutzt zwischen der Suche des AN nach
Beschäftigung und dem Interesse des Arbeitgebers an kompetenten,
motivierten Mitarbeitern.
- Ergebnis ist die passgenaue Entscheidung zu einer
Weiterbildung oder zu einer offensiven Strategie am
Arbeitsmarkt, z.B. dem Arbeitskraftangebot, der
Zielgruppenkurzbewerbung.
Der Strategieerfolg ist abhängig von
- Definition der Zielposition
- Definition der Zielgruppe
- Anzahl der Arbeitskraftangebote
- Arbeitsmarktsituation
- Regionaler und funktionaler Mobilität
Die Strategie eignet sich für
- Engagierte, motivierte Arbeitnehmer
- Ältere Arbeitnehmer
- Rückkehrerinnen ins Erwerbsleben
- Absolventen